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Mittwoch, 26 Januar 2022

HACCP-Frage der Woche 04/2022

QM & QS

HACCP-Frage der Woche 04/2022

Gentechnik-frei: Ist das Tierfutter wirklich frei von GVO?

Über die gesamte Produktionskette müssen konventionelle Sojabohnen von gentechnisch veränderten getrennt werden. Zufällige Beimischungen von gv-Soja sind unter offenen natürlichen Bedingungen zwar nicht gänzlich zu vermeiden, doch sie sollen so gering wie möglich bleiben und den für die Kennzeichnung maßgebenden Schwellenwert von 0,9 % nicht überschreiten. Meist liegen die GVO-Anteile für als „gentechnik-frei“ gehandelte Soja aus Brasilien zwischen 0,1 und 0,9 %. Für zertifizierte „gentechnik-freie“ Sojabohnen wird ein Preisaufschlag berechnet. Auch die Farmer in Brasilien erwarten eine zusätzliche Prämie, wenn sie sich zum Anbau konventioneller Sorten verpflichten. Aus ihrer Sicht fallen die Wünsche der gentechnik-kritischen Deutschen – und ähnlich in anderen EU-Ländern – gegenüber der in den letzten Jahren stark gestiegenen Nachfrage in Asien kaum noch ins Gewicht. Längst hat China die EU als weltweit größter Soja-Importeur abgelöst.
Nach Angaben von Branchenverbänden sind derzeit 4 bis 5 Millionen Tonnen „Ohne Gentechnik“-Sojabohnen aus Brasilien (80 %) und Europa erhältlich. Geringe Mengen sind zertifiziert auch aus Indien verfügbar. Wie viel zertifizierte Soja nach Deutschland importiert wird, dazu gibt es keine verlässlichen Daten. Laut Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von Ende 2020 waren 2018 etwa 0,8 Millionen Tonnen (22 % des Sojaverbrauchs von 3,6 Millionen Tonnen) nach Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert (Quelle: European Soy Monitor). Da diese nicht immer auch „GVO-frei“ umfassen, dürfte die Menge zertifizierter gentechnik-freier Soja noch geringer ausfallen. Auch in Russland und der Ukraine wird großflächig Soja angebaut. Zwar sind dort gv-Sojabohnen offiziell verboten, doch ein illegaler Anbau ist nach Ansicht von Branchenkennern weit verbreitet. In der Ukraine soll mehr als die Hälfte der Produktion (2019 3,7 Millionen Tonnen) von gv-Sorten stammen. Zudem benötigen beide Länder ihre Ernten für den Eigenbedarf. Eine nennenswerte Menge importiert die EU lediglich aus der Ukraine (2019 etwa 0,8 Millionen Tonnen).

QUELLE:
Diese Frage inklusive ihrer Antwort stammt aus einer Meldung des Forum Bio- und Gentechnologie e. V. vom 24.03.2021

Dr. Greta Riel

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