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Dienstag, 20 Juni 2023

Farbtest zum Nachweis einer Salmonellenkontamination entwickelt

Mikrobiologie

Farbtest zum Nachweis einer Salmonellenkontamination entwickelt

Wachsen in Eis, Hackfleisch oder Geflügelfleisch Bakterien vom Typ Salmonella typhimurium, kann der Verzehr eine schwere Lebensmittelvergiftung zur Folge haben. Der Verdacht auf eine Kontamination mit Salmonellen erhärtet sich jedoch in der Regel erst nach mehreren Tagen, wenn mikrobiologische analytische Labore diese Bakterienart in Kultur nachweisen können. Forschende der McMaster-Universität in Hamilton (Kanada) haben nun eine hybride DNA-RNA-Sonde entwickelt, mit der ein Nachweis auf Salmonellen sehr viel schneller und mit einfachen Mitteln gelingt.

Das McMaster-Team entdeckte in mehreren Selektionsrunden ein DNA-RNA-Hybrid als Nukleinsäuresubstrat, das spezifisch von einem Salmonellenenzym, einer RNase H, erkannt und gespalten wird. Daraus entwickelte das Team sowohl eine Sonde für einen empfindlichen Fluoreszenznachweis als auch einen einfachen, portablen Farbtest auf Salmonellen mit kolloidalem Gold. Kolloidales Gold ist ein gängiges Farbreagenz, das man vor allem von Teststreifen wie zum Beispiel für den SARS-CoV-2-Antigentest kennt. Für den Salmonellennachweis verwendete das Team keine Papierstreifen, sondern die Plastikspitzen von Pipetten. Enthält die aufgesaugte Reagenzmischung Salmonellen, löst sich die obere Goldschicht ab, da die RNase H der Salmonellen spezifisch die DNA-RNA-Sonde zwischen den beiden Schichten spaltet. Ein deutlicher roter Fleck auf einem Nylontuch, das die abgelaufene Goldlösung aufnimmt, zeigt dann die Kontamination der getesteten Lebensmittelprobe mit Salmonellen an. Eine Stunde Inkubationszeit in der Pipettenspitze reicht für den Nachweis von Salmonellen aus. Der Test ist somit deutlich einfacher, unkomplizierter und kürzer als jede andere Art eines spezifischen Salmonellennachweises.

QUELLE:
► Meldung Informationsdienst Wissenschaft (idw) vom 18.04.2023

 

Dr. Greta Riel

 

Behr's Verlag