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Ach Du dickes Ei,

Written by Jörg Reimuth
April 1st, 2010

unter gleichnamiger Überschrift gibt es im Hygieneforum des Behr’s Verlags bereits einen Eintrag. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat erhebliche Mängel bei der Eierkennzeichnung veröffentlicht. Ob bemalt, gefärbt oder aber hart gekocht. Gerade jetzt zur Osterzeit haben Eier Hochkonjunktur. Der Zeitpunkt der Berichterstattung ist sicherlich methodisch geschickt gewählt, doch unabhängig davon ist es nicht in Ordnung, wie die Kennzeichnungspflicht von Eiern vernachlässigt wird. Denn dies ist zweifelsohne nicht abhängig von der Osterzeit. Bei 39 % der angebotenen Eier werden Kennzeichnungspflichten missachtet. Auf Verpackungen muss neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum die Art der Haltung, z. B. „Bodenhaltung“ in Worten deutlich sichtbar aufgedruckt sein. Kauft man dagegen seine Eier an Marktständen als lose Ware, müssen die Hinweise zur Haltung, Haltbarkeit und Betrieb zusätzlich auf Schildern angegeben sein. Hier gab es eine Fehlerquote von nahezu 100%. Bei Supermärkten und auch Bioläden waren 35% zu beanstanden.

Der fehlende Stempel auf dem Ei inklusive fehlender Erläuterung auf der Verpackung war einer der Hauptgründe der Beanstandungen. Die Fehler im Einzelnen können im Eintrag im Hygiene Forum oder aber auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nachgelesen werden. Mir geht es eher darum, wie man künftig dieses Problem beheben könnte, denn darüber wurde nichts berichtet. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) darf 28 Tage nach dem Legen nicht überschreiten. Nach dem 18. Tag sind die Eier im Handel auf eine Temperatur von + 5°C bis + 8°C zu kühlen. Letztes Verkaufsdatum ist der 21. Tag nach dem Legen.

Wenn ich nun vom aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum 28 Tage abziehe, dann weiß ich ungefähr, wann das Ei gelegt wurde. Doch in der Praxis sieht es ein wenig anders aus. Nicht selten sieht man im Supermarkt Kunden, die einzelne Eier aus der einen Verpackung entnehmen, um sie in die andere hineinzutun. Grund dafür sind oftmals beschädigte, oder aber auch schmutzbehaftete Eier. Kurzerhand wird schwuppdiwupp ein individueller „Eierkarton“ zusammengestellt. Ob die Haltbarkeit der unterschiedlichen Verpackungen dabei gleich ist oder nicht, wird nur selten berücksichtigt. Anhand des Stempels kann ich zwar erkennen ob das Ei aus ökologischer Haltung (Kennziffer 0), aus Freilandhaltung (Kennziffer 1), aus Bodenhaltung (Kennziffer 2) oder aus der Käfighaltung oder Kleingruppenhaltung (Kennziffer 3) stammt, das MHD oder Legedatum ist jedoch aus dem Stempel nicht ersichtlich.

Das wäre aber die einfachste und genialste Lösung des Problems. Das Legedatum auf das Ei zu drucken. Zusätzlich zum derzeit existierenden Stempel. Verpackung hin oder her, mit dem Legedatum auf dem Ei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum für jedes einzelne Ei ersichtlich, schummeln mit der Verpackung geht dann nicht mehr. Dass dies durchaus keine Vision ist, zeigt uns die Praxis. Es gibt Einrichtungen, da wird dieses Prinzip schon seit Jahren mit Erfolg angewendet. Warum sollte dies nicht für alle möglich sein.

Die Diskussion dazu wird im Forum fortgeführt.

Ich wünsche allen ein frohes und vor allem schönes Osterfest.