VITAMINSTOß CLEMENTINEN ?

Written by Jörg Reimuth
Januar 3rd, 2012

Ich weiß nicht wie es Euch ergeht, doch heute war wieder so ein regennasser, kalter, stürmischer Januar-Abend, sodass ich kurzerhand beschloss mir nach Feierabend etwas GUTES zu tun. Ein Vitaminstoß durch Obst zum Beispiel. Ich dachte sofort an leckere CLEMENTINEN, schmecken diese doch gerade in dieser Jahreszeit erfrischend und sind zudem noch leicht zu schälen. Also auf in den nächsten Lebensmitteldiscounter.

Dort angekommen, war es nicht zu übersehen, das Angebot schlechthin, wie für mich geschaffen. Groß plakatiert war dort in nicht zu übersehender schwarzer, dicker Schrift auf clementinorangefarbenden Hintergrund in Großbuchstaben und unterstrichen zu lesen “BILLIGER”, darunter nicht mehr in Großbuchstaben, aber nicht weniger ins Auge fallend “Clementinen”. Hier schien ich also genau richtig zu sein. Zögernd las ich weiter, diesmal schon etwas kritischer: “Sorte: siehe Etikett, Ursprung: siehe Etikett. Also auf zum Kleingedruckten. Aber immerhin handelte es sich um Clementinen der Klasse I, da sollte man ja annehmen, dass diese über 1a Qualität verfügen oder? Nun wieder ganz dick, fett und in Großbuchstaben die Mengenangabe von 1Kg-Netz und der Preis: “-20% für nur 79 Cent. Wow, was für ein Preis, da muss man  doch zuschlagen oder?

Nun, fast hätte ich es auf die Entfernung übersehen, zwischen der Mengenangabe und dem Preis steht noch etwas, was ich auf den ersten Blick fast übersehen hätte, in  der kleinsten Schrift, die auf dem Plakat verwendet wurde steht geschrieben:”konserviert mit Imazalil, Ortophenylphenol, Thiabendazol, gewachst, Schale nicht zum Verzehr geeignet.

Das man bei Clementinen die Schale nicht mitessen sollte, dass habe sogar ich schon mitbekommen, doch die “Zutaten” Imazalil, Ortophenylphenol und Thiabendazol waren bis dato mir nicht bekannt.

Billiger

Danach “gegoogelt” stellte ich sehr schnell fest, dass Öko-Test bereits im Jahre 2007 vor diesen Stoffen gewarnt hatte. Imazalil ist ein systemisches Fungizid aus der Gruppe der Imidazole. Es wurde von der belgischen Firma Janssen Pharmaceutica entwickelt. Die Substanz wird auch in Form ihrer Salze, z. B. als Imazalil-Nitrat (CAS 33586-66-2) oder als Imazalil-Sulfat (CAS 58594-72-2) verkauft. (Quelle: ENZYKLO, die Online Enzyklopädie) Damit werden u.a. Kleidermotten und auch Lebensmittelmotten erfolgreich bekämpft.

Orthophenylphenol ist ein Konservierungsstoff, der synthetisch hergestellt wird und Schimmelpilzbefall auf Schalen und Zitrusfrüchten vorbeugt. Die Wirkungsweise ist ähnlich der des Biphenyls. Zusätzlich ist Orthophenylphenol in der Lage, Eiweiße zu denaturieren. Orthophenylphenol wird auch als Fungizid eingesetzt und soll künftig nur als solches zugelassen werden (Quelle: das ist drin, gemeinsam besser leben).

Thiabendazol ist ein weisses, geruch- und geschmackloses Pulver, das löslich in Wasser und nur wenig löslich in Alkohol ist. Es ist ein breitwirksames systemisches Fungizid. Schmelzpunkt: 304-305°C.

Gesundheitsgefährdung
Über die Wirkungen von Thiabendazol sind wenig Untersuchungen veröffentlicht, eine abschließende Bewertung der Giftigkeit des Stoffes ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand deshalb zur Zeit nicht möglich.
Im Tierversuch erwies sich Thiabendazol als Krebs erregend. Beim Menschen können hohe Dosen Wachstumsstörungen, verminderte Fruchtbarkeit und Nierenschäden verursachen. Thiabendazol fand bereits 1962 als Wurmmittel im Human- und Veterinärbereich Verwendung. Seit 1964 wird es als Fungizid auch in der Landwirtschaft verwendet, z.B. im Kartoffel- und Obstanbau. Als Lebensmittelzusatz E 233 ist Thiabendazol zur äußerlichen Konservierung von Zitrusfrüchten und Bananen zugelassen. Während bei Zitrusfrüchten die Behandlung deklariert werden muss, ist das bei Bananen nicht vorgeschrieben (Quelle: Enius Schadstoffinformationen).

Heute Abend gab es für mich eine “heiße ausgepresste Zitrone”.

Ist Euch so etwas auch schon mal passiert?

Frohe Weihnachten

Written by Jörg Reimuth
Dezember 11th, 2011

Santa ClausWeihnachten steht kurz vor der Tür und die Zeit bis heilig Abend ist kurz. Dennoch gibt es noch so einiges zu tun. Nicht nur am Arbeitsplatz will man reinen Tisch machen und möglichst viele offene Vorgänge bis zum Fest abschließen, insbesondere im privaten Bereich gilt es noch einige Aufgaben zu bewältigen. Geschenke für die Liebsten und ein passender Weihnachtsbaum müssen besorgt, die Wohnung evtl. noch geschmückt, Weihnachtsmärkte besucht und das Weihnachtsmenü zusammengestellt werden. Glühwein, Kinderpunsch und auch Stollen, Plätzchen sowie gebrannte Mandeln bringen uns in Weihnachtsstimmung.
Viele von uns gehen diese Woche bereits in den verdienten „Weihnachtsurlaub“ oder haben gar bis nächstes Jahr frei. Andere wiederum, insbesondere die Gastronomen unter uns, haben dagegen Weihnachten und/oder Silvester Dienst und sorgen dafür, dass Mitmenschen die Festtage noch schöner genießen dürfen.

Ich möchte es nicht versäumen, Ihnen und Euch für die kommenden Feiertage eine ruhige, besinnliche Zeit, verbunden mit den besten Wünschen für das Jahr 2012 zu wünschen und möchte mich ganz herzlich für die Beteiligung und die informativen Beiträge im HACCP-Hygiene-Forum bedanken. Das Forum lebt durch Ihre und Eure Beiträge und ist nur dadurch eine Bereicherung für uns alle. Für das Jahr 2012 wünsche ich mir, dass Sie und Ihr dem Forum weiterhin die Treue haltet.

Alles, alles Gute und vielen Dank!

Jörg Reimuth

Krippe

Mehr nebulös als Transparent, Uneinigkeit anstatt bundesweite Lösung.

Ob Hygiene-Ampel, Kontroll- oder Hygienebarometer, ob Ekelliste oder Smiley -System , ob Pankower Modell oder Berlinweite-Hygieneliste, bei allen Projekten geht es um ein System zur Veröffentlichung von Überwachungsergebnissen aus dem Bereich der Lebensmittelkontrolle.

"Hygieneampel"

Die zunehmend verwirrende Berichterstattung über ein System mit vielen Bezeichnungen, was von Verbraucherministern favorisiert wird, die Wirtschaftsminister in der Entwurfsfassung ablehnen und so manchem Gastronomen das Blut in den Adern zum Kochen bringt, dauert weiter an. Der Föderalismus ist nicht immer förderlich, eine Weisheit die nicht neu ist, sich aber auch hier bestätigt. Im voreilenden Gehorsam haben sich einige Bundesländer für unterschiedlichste Projekte, weitestgehend auf freiwilliger Basis, entschieden, um nach eigenen Angaben den Verbraucherschutz voranzutreiben. Dabei gab es die unterschiedlichsten Ansätze und Argumentationen. Zuletzt sprach man davon, dass das Smiley System fortan Hygiene-Ampel oder auch Kontroll- oder Hygienebarometer heißen sollte.

Was hat sich seitdem getan?

Losgelöst von der Namensnennung des Transparenz-Systems hat die Verbraucherschutzministerkonferenz am (VSMK) 16.09.2011 in Bremerhaven zum Ausdruck gebracht, dass sie an der Entwicklung eines bundesweit verbindlichen Modells zur Transparentmachung von Ergebnissen der amtlichen Lebensmittelkontrollen mit einheitlichen Bewertungsmaßstäben und geeigneten rechtlichen Grundlagen für eine betriebsbezogene Veröffentlichung in allgemein verständlicher Form, festhält.

Unter Berücksichtigung der von der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) am 06.und 07. Juni auf Schloss Plön formulierten Bedenken und Bedingungen will die VSMK mit den für den Verbraucherschutz zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder und dem BMELV auf Amtschef-Ebene eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von Vertretern der Wirtschaftsministerkonferenz einsetzen, um bis Ende Januar 2012 einen Konsens herzustellen und damit sowohl verbraucherschutzpolitische Bedürfnisse als auch den Bedenken der Wirtschaftsseite gerecht zu werden.

Dazu hat die VSMK die WMK Mitte/Ende September um Benennung von Vertreterinnen und Vertretern für die Arbeitsgruppe gebeten. Bis dato erfolgte jedoch noch keine Benennung einer derartigen Abordnung zur Arbeitsgruppe seitens der Wirtschafsminister. Auf der vorbereitenden Amtschefkonferenz vom 25.10.2011, welche der Vorbereitung der nächten Wirtschaftsministerkonferenz am 05./06. Dezember dient, wurde beschlossen, dass die Beantwortung dieser Frage den Wirtschaftsministern Anfang Dezember vorbehalten wird.

Vielleicht gibt es angesichts des Termins, zumindest in der Frage der Zusammenstellung der Arbeitsgruppe, ein Nikolausgeschenk. Die bisherige Zielsetzung Ende Januar, mit einer Arbeitsgruppe, die frühestens Mitte Dezember 2011 arbeitsfähig zu sein scheint, zu einem Konsens zu kommen, kann sicherlich getrost verworfen werden.

So wird uns auch dieses Thema im Jahre 2012 weiterhin beschäftigen. Indes hat sich der Bezirk Pankow von der Berlinweiten-Hygieneliste distanziert und stellt seit 24.10. 2011 wieder eine eigene Liste unter den Namen „Pankower Smiley-System der Lebensmittelüberwachung“ online.

Aktuelles zur Thematik:

Auszug aus der Medieninformation zur Wirtschaftsministerkonferenz vom 05./06. Dez in Bremen zur Hygieneampel

Kontrollbarometer für die Gastronomie: Der Vorschlag der der VerbraucherschutzMinister, Gastronomie-Betriebe mit einer so genannten „Hygieneampel“ zu versehen, wird von den Wirtschaftsministern nach wie vor kritisch gesehen und war bereits bei der letzten Konferenz mehrheitlich abgelehnt worden. „Wir sind mehrheitlich der Überzeugung, dass es bereits ausreichende hygienerechtliche Vorschriften gibt.
Deshalb ist es überflüssig, Betriebe zu stigmatisieren“, sagte Schleswig-Holsteins
Wirtschaftsminister de Jager. Er gab weiter zu bedenken, dass das Kontrollbarometer
den Betrieben zusätzliche Bürokratie aufbürde und Kunden möglicherweise auch in
falscher Sicherheit wiege. Auf Staatssekretärsebene soll eine kleine Arbeitsgruppe ausloten, ob es zwischen Verbraucherschutz- und Wirtschaftsministern eine Annäherung geben kann.
Quelle: Medien Information des Ministerium für Wissenschaft,
Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein
„ Medien Information in ungekürzter Länge online lesen“

Diskutieren Sie über dieses Thema im HACCP-Hygiene-Forum im Thread „ Transparenz der Lebensmittelhygiene“

Nachrüsten von Zapfanlagen / Getränkeschankanlagen

Written by Jörg Reimuth
November 2nd, 2011

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu teils schweren Unfällen in Deutschlands Getränkelagerräumen. Ausgangspunkt solcher meist kritischen Zwischenfälle war eine sicherheitstechnische Schwachstelle an bestehenden Zapfköpfen. Bisherige Zapfköpfe erlaubten es, den Zapfkopfhebel in einer undefinierten Zwischenstellung zu positionieren. Hierdurch kann es zu unbeabsichtigtem Gasaustritt am Zapfkopf kommen. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken und Gastronomen sowie Schankanlagenbetreiber vor CO2-Austritt zu schützen hat das Deutsche Institut für Normung die DIN 32677 überarbeitet und u.a. folgende Punkte mit aufgenommen.

Die DIN 32677 sieht folgende Regelungen vor:

  • Sollte das Leitungsanschlussteil nicht mit dem Behälteranschlussteil verriegelt sein, darf die Gaszufuhr nicht unbeabsichtigt geöffnet werden können.
  • Des Weiteren darf die Verriegelungseinrichtung des Leitungsanschlussteiles hierbei nicht leicht zu umgehen sein.

Die einfache Lösung ist ein technisches Update der Zapfköpfe auf die DIN 32677, welche an nahezu  allen bestehenden Zapfköpfen nachrüstbar sind. Hierbei handelt es sich um eine hochwertige Edelstahlausführung, welche durch ihr offenes Design leicht zu reinigen ist. Nach der Montage ist der Zapfkopf weiterhin leicht zu zerlegen. Ob Flach- oder Korbzapfkopf, die Montage ist denkbar einfach.

Dieser Nachrüstsatz  stellt die mir derzeit einfachste und kostengünstigste Variante der Nachrüstung bestehender Zapfköpfe, auf den neuesten Stand der DIN 32 677, dar. Durch den Einsatz des Nachrüstsatzes wird der Schutz vor unbeabsichtigtem Gasaustritt am Zapfkopf enorm gesteigert und somit die Gefahr von CO2-Unfällen gesenkt.

Klein, effektiv, wichtig und nach dem Stand der Technik erforderlich. Sollte jemand weitere Produkte kennen, die den Anforderungen der neuen DIN entsprechen, so bitte ich um Benachrichtigung.

Hier ein Film zum Nachrüstsatz

Jörg Reimuth
joerg.reimuth@behrs.com

SÜFFA 2011 im Zeichen der Lebensmittelsicherheit und Hygiene

Written by Jörg Reimuth
Oktober 13th, 2011

Blick in die AustellungDie SÜFFA, die am 04. Oktober 2011 in Stuttgart zu Ende gegangen ist, ist nicht nur Deutschlands größte und einzige Fachmesse rund um das Thema Fleisch, welche sowohl ein vollständiges Angebot für das Fleischerhandwerk bietet und gleichfalls die mittelständische Fleischindustrie anspricht. Mit den Partnern des Hygiene-Netzwerk wurde auch erstmalig  ein „Hygiene-Park“ angeboten, wo sich Besucher rund um hygienisch relevante Themen informiert haben. Neben der Möglichkeit am Schulungs- und Informationsprogramm teilzunehmen konnten die Besucher sich an den unterschiedlichsten Ständen zum Thema Hygiene informieren. Davon wurde an allen Tagen reichlich Gebrauch gemacht. Ob Betriebshygiene, Abluftreinigungsanlagen, Desinfektions- und Reinigungsmittel, Reinigungstücher, spezielle Farben und Anstriche, Fußbodenbeläge und -beschichtungen, Hygieneschleusen oder Insektenvernichtungsgeräte, ob Luftentkeimungstechnik, Laboranalytik und Messtechnik oder aber auch Fachliteratur, es fehlte einfach an nichts. Eine Befragung der Fachbesucher ergab, dass 34 Prozent der Messebesucher sich  für das Angebot im Bereich Lebensmittelsicherheit und Hygiene interessierte.

Behrs Stand Süffa

Unabhängig von den eher theoretischen Zahlen, spürte man an den Ständen reges Interesse mit zum Teil konkreten Fragestellungen zu den unterschiedlichsten Bereichen. Nicht anders zu erwarten war, dass über die Hygieneampel kontrovers diskutiert wurde, aber auch zu Themen wie Lebensmittelkennzeichnung und  Verbraucherinformationsgesetz wurden zahlreiche, interessante und aufschlussreiche Gespräche geführt.  Am Stand des Behrs Verlags war der Ordner „Eigenkontrollen in Fleischereien“ mit Hygienevorschriften, Zulassungsbedingungen, Eigenkontrollen und Betriebsbeurteilung, besucherorientiert das gefragteste Werk, aber auch der Praxisleitfaden „HACCP leicht gemacht“ mit optimaler Unterstützung zur Errichtung und Einführung eines HACCP Konzeptes für kleine und mittelständige Unternehmen fand großes Interesse.

Die Fachbesucher waren trotz der Informationsflut gut orientiert, was für eine gute Vorbereitung des Besuches spricht, aber auch für ein ernsthaftes Interesse an einem Thema welches uns auch in der Zukunft weiterhin beschäftigen wird. Die Lebensmittelhygiene.

Wer dieses Jahr, aus welchen Gründen auch immer, nicht dabei sein konnte, der muss nicht traurig sein, denn die nächste Süffa findet bereits vom 21. bis 23 Oktober 2012 in Stuttgart statt.

Süffa 2012Navigation

Die Cleaning Management Services (CMS) Messe 2011

Written by Jörg Reimuth
September 26th, 2011

aus Sicht eines Messebesuchers

CMS 2011 Am Freitag den 23.09. schloss die „CMS“, die internationale Fachmesse für Reinigungssysteme, Gebäudemanagement und Dienstleistungen,  nach Vier Tagen reges Treiben, in Berlin ihre Tore. Im Zweijahresrhythmus wird diese Messe auf dem Messegelände der Bundeshauptstadt ausgerichtet. Dieses Jahr präsentierten sich auf knapp 25.000 Quadratmetern Hallen- und Freigeländefläche insgesamt 354 Aussteller aus 20 Ländern mit Reinigungstechnik und Reinigungschemie. Dem gegenüber standen über 15.000 Fachbesucher aus über 50 Ländern, die wissbegierig und hungrig nach Informationen die Messe besuchten.

Schlagworte dieser Messe waren Nachhaltigkeit, Ökologie und Ökonomie. Geschickt in Szene haben sich dieses Jahr dieFasadenreinigung Glas- und Fassadenreinigung sowie die „Hubarbeitsbühnen“ auf dem Freigelände gesetzt. Neben der Vielfalt an Angeboten und Informationen gab es auch ein CMS Forum. Informative Vorträge, die von Jedermann der Interesse an der Thematik gezeigt hatte, ohne Anmeldung besucht werden konnte. Hier hat mir persönlich besonders der Vortrag „Hygiene/Gesundheit: Notwendigkeit von Desinfektionsmaßnahmen (auch in der Prophylaxe)“ von Cornelia Wegemund gefallen.

HautschutzWas ich bis dato auf den bisherigen CMS vermisst hatte (vielleicht hatte ich es auch nur übersehen), waren Angebote zum Hautschutz. Dieses Jahr wurde ich auch hierzu fündig. Unter dem Motto „Gepflegte Hände auch beim Spülen“ hat man mich an einem Stand sehr gut beraten und das ohne die eigenen Produkte „aufzuschwatzen“.

Etwas skeptisch aber dennoch interessiert war ich über ein Gerät, welches versprach eine Elektrochemisch Aktivierte Lösungmilde Reinigungs- und hocheffektive Desinfektionslösung zu produzieren und dies nur mit Leitungswasser und Salz. Durch eine sogenannte Basisstation auf der man das Leitungswasser mit dem Salz dann stellt, entsteht eine elektrochemisch aktivierte Lösung. Genau verstanden habe ich das noch nicht, werde mich aber mal näher damit beschäftigen. Denn wenn es wirklich funktioniert, was die Hersteller versprechen, dann ist es eine Innovation.

Auch dieses Jahr habe ich weitere kleinere und auch größere Anregungen von der Messe mitnehmen (so z.B. eine Fugenbürste die sehr praktisch ist) können. Darüber hinaus habe ich zudem interessante Menschen kennengelernt, Geschäftskontakte von denen alle etwas haben.

Mein Fazit: Es war wieder einmal mehr eine gelungene Messe!

Wir bitten um Entschuldigung…

Written by Jörg Reimuth
August 9th, 2011

Ein Satz beherrscht die Bahn

Wann immer es zu einem unvorhersehbaren Ereignis bei der Bahn kommt schallt es abschließend aus dem Lautsprecher: “Wir bitten um Entschuldigung“. Bahnfahrer können es schon nicht mehr hören, selbst diejenigen welche selten mit der Bahn fahren, ordnen diesen Satz ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, der Bahn zu. Ob Verspätung, verpasste Anschlusszüge, defekte Klimaanlagen, vereiste Bahngleise, defekte Toiletten, Türstörungen, Schäden an der Oberleitung, nicht geöffnetes Bordrestaurant, Baustellen, fehlende Waggons, nicht angezeigte Platzreservierungen, Betriebsstörungen gleich welcher Art oder auch gerne der Zugausfall, der abschließende Satz „Wir bitten um Entschuldigung“ ist bereits Kult bei der Deutschen Bahn AG. Eine Zeitlang hatte man auch Variationen dieses Satzes gehört. Alternativ wurde in einigen Regionen der Satz „Wir bitten um Verständnis“ von den Reisenden vernommen. Einige glaubten zu wissen, dass man bei Verspätungen bis 5 Minuten um Verständnis und ab 5 Minuten und höher um Entschuldigung bat. Bestätigt  hat sich dies in der Praxis jedoch nicht.

Dennoch gibt es Ansagen, die es wert sind, das man sie zumindest hier einmal erwähnt. Neulich beispielsweise, als wir wieder einmal über 20 Minuten Verspätung hatten, erreichte uns folgende Durchsage: “Meine Damen und Herren  unsere derzeitige Fahrzeitverlängerung beträgt derzeit 22 Minuten.” Und zum Abschluss der Zusatz, wie könnte es anders sein: „Wir bitten um Entschuldigung“.  Also keine Verspätung sondern eine Fahrzeitverlängerung, wir durften also die Bahnfahrt länger genießen als wie geplant. Man konnte sich also glücklich schätzen, dass man dafür nicht nachzahlen musste. Auf Nachfrage erklärte mir man aber dann doch den Unterschied. Bei Fahrzeitverlängerungen handelt es sich um sogenannte “geplante Verspätungen”, welche auch im Vorfeld kommuniziert wurden.

Vereinzelt sind Züge aufgrund „gestrandeter Passagiere“ aus liegen gebliebenen und auch verendeten (so die kürzlich verwendete Bezeichnung eines ausgefallenen Zuges durch das Zugpersonal, was zur Erheiterung der Passagiere führte) Zügen übervoll. Sichere Kennzeichen dafür sind stehende und teils liegende Reisende zwischen Gepäck und sitzenden Passagieren. Das Bordrestaurant und Bordbistro verzeichnet einen wahren Besucherboom, die Toiletten sind zum Teil mit Aufklebern mit der Aufschrift “WC unbenutzbar” oder gerne auch mal mit zwischen die Tür gesteckte Papierhandtücher mit dem Wort „defekt“ verziert und nicht selten ist dann weit und breit kein Zugbegleitpersonal zu sehen. Da bekommt der Werbeslogan „Die Bahn in vollen Zügen genießen“ doch eine ganz andere Bedeutung.

In Sachen Hygiene und auch Lebensmittelhygiene bei der Bahn hat sicherlich jeder so seine eigene Erfahrungen gemacht. Im Behrs Hygiene Forum wurde vereinzelt darüber berichtet. Dies möchte ich mit dem Thread “Wir bitten um Entschuldigung …” aufgreifen und abschließend alle Bahnfahrer bitten, unabhängig ob Gelegenheitsfahrer, Bahn-Card bzw. Bahn-Card-Comfortkunden, Eure Erlebnisse mit der Bahn in Sachen Bordgastronomie, dem mobilen Verkaufswagen der Bahn, insbesondere Erfahrungen, Zufriedenheit mit dem Service und alles was mit der Hygiene im Zusammenhang mit der Bahn im Nah- und Fernverkehr zu tun hat, dort einzustellen.

Die Bahn ist an kritischen Hinweisen interessiert. Sollte doch der Reisende Bestandteil des Qualitätsmanagement der Bahn sein. Jedenfalls muss ich davon ausgehen, denn die Bahn hat mir u.a. geschrieben:

„Für Ihre kritischen Hinweise bedanken wir uns. Diese helfen uns, unseren Service weiter zu verbessern.“

Außerdem hat die Bahn auf eine meiner Schreiben mit folgendem geantwortet
–na mit was?- richtig:
…„Umso mehr bedauern wir die Erlebnisse während dieses Besuches und entschuldigen uns in aller Form hierfür bei Ihnen.“…

Damit wir uns nicht falsch verstehen, mir geht es um konstruktive, nachvollziehbare und hilfreiche Kritik, nicht um verleumderische Berichterstattungen. Denn eines möchte ich abschließend nicht unerwähnt lassen. Dieses Jahr nutze ich die Bahn persönlich seit über 15 Jahren regelmäßig und ich bin in dieser Zeit nur 2x überhaupt nicht am Ziel angekommen. Zugegeben auch ich ärgere mich über Verspätungen, Zugausfälle und Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit der Bahn, doch im Großen und Ganzen bin ich ein zufriedener und bekennender Bahnkunde.

Für alle die sich durch meinen Blog in irgendeiner Weise auf die Füße getreten fühlen, möchte ich an dieser Stelle abschließend folgendes mitteilen:

Ich bitte um Entschuldigung …  :-)


BDAV-Betriebsdaten Archiv will Kneipiers abzocken

Written by Jörg Reimuth
Juli 10th, 2011

Schreiben BDAVUnter dieser Überschrift warnt die Verbraucherzentrale Berlin auf Ihrer Internetseite vor den Geschäftspraktiken der Firma BDAV-Betriebsdaten Archiv. Hier die ungekürzte Meldung der Verbraucherzentrale Berlin:

Vorsicht vor falscher “Ampelschaltung” BDAV-Betriebsdaten Archiv will Kneipiers abzocken

Monate vor der Einführung des Lebensmittelbarometers tritt eine Firma auf den Plan, die den Betrieben die Auswahl ihrer “Gütekategorie” selbst überlässt und einen Eintrag im Internet verspricht – natürlich kostenpflichtig.

Ab 2012 soll ein Schild schon beim Betreten eines Gastronomiebetriebes über die Sauberkeit in der Küche Aufschluss geben. Mit Ampelfarben wird dort und im Internet gekennzeichnet, ob die Hygiene im entsprechenden Betrieb beispielsweise schwere Beanstandungen aufweist, zu bemängeln oder im grünen Bereich, also vollkommen in Ordnung ist. Das haben die Verbraucherschutzminister der Länder nach langem Ringen beschlossen.

Nun bietet die Firma “BDAV-Betriebsdaten Archiv” Restaurantbetreibern in einem amtlich anmutenden Schreiben mit dem Betreff “Eintragung Grün” an, eine “eigene Beurteilung mittels einer “selbst vergebenen Farbkennzeichnung” vorzunehmen, die dann in einer Datenbank veröffentlicht wird. Kosten für den Kneipen-, Restaurant- oder Imbissbetreiber: 298,69 Euro für zwölf Monate.

Christoph Römer von der Verbraucherzentrale Berlin warnt: “Vom Wirt selbst vergebene Bewertungen sind vollkommen absurd. Sie parodieren das geplante System einer unabhängigen Prüfung und einer leicht verständlichen Darstellung der Ergebnisse. Sowohl die Inhaber von Gastronomiebetrieben als auch die Verbraucher sollten um solche Bewertungssysteme einen großen Bogen machen.”

Quelle: Verbraucherzentrale Berlin
Diesen Artikel online lesen

Anmerkungen:

In der Firmenphilosophie der Firma “BDAV-Betriebsdaten Archiv” steht u.a. folgendes (Auszüge)
Wir bestehen aus einem jungen dynamischen Team welches sich zum Ziel setzt, eine hohe Bekanntheit unserer Kunden im Internet zu erreichen…

Wir versuchen mit Hilfe unserer Seite Ihrem Unternehmen eine höhere Bekanntheit zu verschaffen… …Zeigen Sie Ihren Kunden und Geschäftspartnern, dass auch Sie die Vorteile einer Veröffentlichung Ihres Unternehmens in den modernen Medien frühzeitig erkannt haben und dabei sind…Wir stehen noch am Anfang und haben uns eine große Aufgabe gestellt…Je bekannter wir werden umso bekannter werden auch Sie…Um dieses Ziel zu erreichen, werben wir täglich auf dem seriösen Postweg um neue Kunden.

Insbesondere der letzte Satz mit der seriösen Werbung ist, in Anbetracht der versendeten Schreiben absurd. Solltet auch Ihr ein derartiges Schreiben der Firma BDAV-Betriebsdaten Archiv erhalten haben, macht es so wie  Martin Hartmann Chef des Restaurant “Sissi” in Berlin Schöneberg. Er hat die Presse auf den Plan gerufen und das Vorgehen publik gemacht. Im Gespräch mit Herrn Hartmann wurde mir sehr schnell klar, dass es ihm wichtig ist, dass möglichst viele Gastronomen über derartige Abzocke-Praktiken informiert werden.  Nicht zuletzt deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür an den Inhaber des Restaurants “Sissi”.

Martin Hartmann Inhaber des Restaurants “Sissi” (rechts im Bild) mit Jörg Reimuth Redakteur HACCP-Hygiene-Blog

Melamin-Buffetartikel gesundheitsschädigend?

Written by Jörg Reimuth
Mai 14th, 2011

Melamin nicht nur in Milchpulver aus China

Wir alle erinnern uns an den Melamin-Skandal um verseuchte chinesische Milchprodukte, der im September 2008 seinen Lauf nahm und auch international für Wirbel sorgte. Lebensmittel, die aus verseuchter Milch hergestellt worden waren, wurden in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland entdeckt. Durch die Beimengung von Melamin sollte ein höherer Proteingehalt der Milch vorgetäuscht werden.

Melamin Geschirr

Beeindruckt von einem Geschirr, was aussieht wie Porzellan aber nicht bricht, erkundigte ich mich über das Material. Man versicherte mir, dass das von mir in Augenschein genommene Geschirr aus 100% Melamin besteht. Da war doch was! Melamin? Ist es etwa genau das Melamin, was in Lebensmitteln für Schlagzeilen sorgte?  Der Händler macht daraus auch kein Hehl, er erläutert mir, dass das Melamin ausgehärtet ist und gesundheitlich völlig unbedenklich sei. Das Porzellan, was eigentlich keines ist, überzeugt mich. Gerade fürs Buffet im „außer Haus Bereich“ eine praktische Alternative zum original Porzellan. Also habe ich mir auch gleich ein Katalog zusenden lassen und konnte nun in aller Ruhe zuhause auswählen. Das ungute Gefühl blieb jedoch, wenn es nun doch gesundheitlich nicht unbedenklich ist. Gibt es darüber bereits Literatur, wenn ja, wie alt sind diese Erkenntnisse. Als wenn man meine Bedenken erhört hätte, veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit der Pressemitteilung 11/2011 am 12.05. 2011 den Artikel „Kochlöffel und Geschirr aus Melaminharz sind für die Mikrowelle und zum Kochen nicht geeignet“ Aus diesem Bericht geht u.a. hervor, dass Teller, Schüsseln und andere Küchenutensilien aus Melaminharz beim Erhitzen Melamin und Formaldehyd abgeben können und bei Temperaturen, wie sie auch beim Kochen erreicht werden, gesundheitlich bedenkliche Mengen der Stoffe in Lebensmittel übergehen können.

Für den von mir anvisierten Verwendungszweck ist das Geschirr also nach wie vor geeignet. Künftig werde ich jedoch darauf achten, dass das Geschirr nicht mit Lebensmitteln über 70 Grad in Berührung kommt. Dann sollte der Verwendung nichts mehr entgegen stehen. Für die Mikrowelle ist es ungeeignet und auch zum Kochen sollte es nicht verwendet werden. Ich danke dem BfR für die Recherche. Wieder einmal eine Veröffentlichung im Sinne des Verbrauchers. Klasse gemacht.

Weitere Berichte im Zusammenhang des BfR`s hier im Blog:
Grüne Woche 2010
Grüne Woche 2011
Rauchwolke über Deutschland

Keim oder nicht Keim, dass ist hier die Frage

Written by Jörg Reimuth
Mai 5th, 2011

3. Welthändehygienetag

Heute wird weltweit der Aktionstag zur besseren Händehygiene begangen. Das Datum 05.05. steht dabei symbolisch für die 2 Hände a 5 Finger. Somit sollte es sich jeder leicht merken können. Wer nun glaubt, dass es vor dem Jahre 2009 keine Aktionen diesbezüglich gab, der irrt. Bereits im Jahre 2005 startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Kampagne “Clean Care is Safer Care”. 2008 baute darauf erstmalig die nationale Kampagne “Aktion Saubere Hände” auf, welche zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen beiträgt. Schwerpunkt dieser Kampagne wurde seinerzeit auf die Krankenhäuser gelegt. Nachdem die 1. Kampagne 2010 endete, startete am 1. Januar 2011 die zweite Kampagne, die sich vorrangig an Alten- und Pflegeheime sowie den ambulanten Bereich richtet.

Den Welthändehygienetag gab es erstmals am 05.05. 2009. Auch am heutigem Tage wird es wieder zahlreiche Aktionen zur Händedesinfektion geben. Aber nicht nur im klinischen und ambulanten Bereich ist die Händehygiene ein wichtiges, nicht zu vernachlässigendes und immer wieder aktuelles Thema. Wir alle kennen die zahlreichen Diskussionen über Händehygiene und Händedesinfektion im Lebensmittelbereich. Fragen wie, warum darf ich keine Ringe tragen? Warum darf ich keinen Nagellack benutzen? Wie sieht es mit künstlichen Fingernägeln aus? Warum muss mein Händedesinfektionsmittel parfümfrei sein, zeigen sehr schnell, dass das Thema Händedesinfektion immer wieder aktuell ist. Hinzu kommen Fragen zur Akzeptanz von Mitteln, die Frage nach dem Nutzen von Handschuhen in der Lebensmittelbranche, usw. Gibt man im HACCP-Hygiene-Forum im Suchmodus den Begriff “Händehygiene” ein, so wird man mehr als fündig.

Jeder weiß, dass eine gute und richtige Händehygiene für hygienisches Arbeiten unerlässlich ist. Dennoch sieht man in der Praxis immer wieder Negativbeispiele, die einen verzweifeln lassen. Warum ist es nur so schwierig, Mitarbeiter dahingehend zu sensibilisieren, eine gute und richtige Händehygiene und Händedesinfektion zu betreiben? Ich gehe noch ein Stück weiter und möchte an dieser Stelle die gesamte persönliche Hygiene ansprechen. Der Behrs Verlag hat sich dieser Sache angenommen und die Problematik in seinen Schulungsunterlagen mit aufgenommen. Anschaulich, leicht verständlich und praxisnah weist er unter anderem in seinen Schulungsunterlagen auch auf die erforderliche Händehygiene hin. Das Thema Händehygiene ist nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung nahezu in jeder Schulungsunterlage mit berücksichtigt. Als beispiel hierfür  ein kleiner Ausschnitt aus dem  Film Tatort Küche .

Weitere Informationen zur Thematik im Hygiene-Forum unter HACCP.de